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Vielleicht

Ein Lied mit einer Handvoll Fragen für alle, die an Gott zweifeln

In seinen „Erzählungen der Chassidim“ berichtet Martin Buber von einem gelehrten Mann, der sich auf den Weg macht, um mit einem berühmten gottesfürchtigen Rabbi zu diskutieren und ihm die Rückständigkeit seines Glaubens aufzuzeigen. Als er die Stube des Gottesmannes betritt, sieht er diesen mit einem Buch in der Hand nachdenklich auf und ab gehen. Den Ankömmling beachtet er lange Zeit nicht, schließlich bleibt er stehen, schaut ihn flüchtig an und sagt: „Vielleicht ist es aber wahr!“ Der Gelehrte nimmt all seinen Mut zusammen, doch ihm schlottern die Knie, so furchtbar ist der Zaddik anzusehen, so furchtbar sein einfacher Satz anzuhören: „Vielleicht ist es aber wahr!“ Schließlich wendet sich der Rabbi ihm zu und sagt: „Mein Sohn, die Großen des Glaubens, mit denen du gestritten hast, haben ihre Worte an dich verschwendet, Du hast, als du gingst, darüber gelacht. Niemand kann dir Gott und sein Reich mundgerecht auf den Tisch legen – auch ich nicht! Doch bedenke: „Vielleicht ist es aber wahr!“ Der Gelehrte bietet noch einmal all seine Kraft zu Entgegnung auf, doch er bringt kein Wort heraus. Das einfache „Vielleicht ist es aber wahr“ hat all seinen Widerstand gebrochen.

Angeregt durch die Neoatheismus-Bewegung mit ihrem Slogan „Wahrscheinlich gibt es keinen Gott…“ und diese Rabbi-Geschichte trug ich die Idee und den Textentwurf zu diesem Lied schon ein Jahr lang im Kopf, bis ich wenige Wochen vor der Fertigstellung dieses Liederbuches auch den musikalischen Ausdruck dafür fand.

 

Refr.: Vielleicht, vielleicht, vielleicht,
vielleicht gibt es keinen Gott.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht,
vielleicht ist er schon lange tot.
Aber vielleicht…, vielleicht…, vielleicht…!
1. Was würd‘ sich ändern, wenn Gott in dein Leben tritt?
Wenn du dir vorstellst, er geht deine Wege mit?
Macht Gott dich klein? Macht er dich groß?
Wie wär das bloß?
2. Was würd‘ sich ändern, wenn Gott plötzlich mit dir spricht?
Wenn er dir näherkäm‘ mit menschlichem Gesicht?
Macht Gott dir Angst? Macht er dir Mut?
Wär‘ das nicht gut?
3. Was würd‘ sich ändern, wenn Gott für dich wichtig wär‘?
Verlierst du etwas oder hättest du dann mehr?
Nimmt Gott dir weg? Schenkt er dir Sinn?
Wo kämst du hin?

 

Text: Hans Waltersdorfer
Melodie: Hans Waltersdorfer
Entstehungsjahr: 2010

Veröffentlichungen

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