| 1. | (Der jüngere Sohn) Ich wollte gern frei sein, mein Leben genießen, und hätte doch niemals gedacht, dass das, was mir Freiheit schien, mich in die Enge führt und zum Sklaven macht. Das Glück wollt ich finden und Freunde umarmen, und weit offen stand mir die Welt. Sie wurde zur Fremde, die Freunde war’n schneller weg als mein ganzes Geld. |
| Refr | Vater, ich komm wieder heim, und doch frag ich mich: Wirst du noch mein Vater sein? Wartest du auf mich? |
| 2. | Ich hab nichts gefunden, mich selber verloren beim Suchen nach äußerem Glück. Konnt Liebe nicht kaufen und Freundschaft nicht binden, was bleibt mir nun zurück? Nun bin ich am Boden und suche den Grund, der mir Halt für mein Leben noch gibt. Da denk ich daran, dass mich einer von Anfang an ohne Bedingung liebt. |
| Refr | Vater, ich komm wieder heim, und doch frag ich mich: Wirst du noch mein Vater sein? Wartest du auf mich? |
| 3. | (Der ältere Sohn) Ich habe verzichtet und deine Gebote nach bestem Gewissen erfüllt. Und doch kenn auch ich einen Hunger nach etwas, das meine Sehnsucht stillt. Und nun kommt da dieser, der hat dich verlassen, dein Wort war ihm ziemlich egal, Er hat es verdient, dass er ohne was ausgeht – doch du gibt ein Freudenmahl! |
| Refr | Vater, ich war stets daheim, doch jetzt frag ich mich: Willst du noch mein Vater sein? Wer bin ich für dich? |
| 4. | (Der Vater) Ich liebe euch beide, ihr seid meine Kinder, bei mir seid ihr immer daheim. Ihr seid sehr verschieden, doch weniger lieben? Das fällt der Liebe nicht ein! Die Liebe ist manchmal sehr schmerzlich und nur in Verbindung mit Freiheit zu sehn. Sie bindet nicht andre, sie bindet sich selbst – nur so kann sie bestehn. |
| Refr | Mein verlorner Sohn kommt heim, Bruder freue dich! Ich werd ewig Vater sein für ihn und auch für dich. |