AnSätze und StreifLichter
In den 1990er Jahren hatte ich eine spezielle Dunkelkammertechnik entdeckt, die meiner reduzierten Art des Fotografierens sehr entgegenkam und die Wirkung einzelner Bilder verfremdete und zugleich verstärkte: das Ätzbleichverfahren. Mit diesen "FotoGrafiken" war ich fast 10 Jahre lang als Mitglied der Steirischen Initative Kunsthandwerk auf verschiedenen Kunsthandwerksmärkten präsent.
Mit folgenden Begriffsdeutungen versuchte ich damals meine Philosophie zu erklären.
Foto - Grafik - Objektiv - Motiv - Reduktion - Technik - Entwicklung - Schichtarbeit - Original
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Von griech. "phos" = Licht: Hauptgestaltungsmittel meiner Bilder. Tiefstehendes Streif- oder Gegenlicht verleiht meinen Motiven Kontur, bringt Strukturen zum Leuchten und Leben. |
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Von griech. "graphein" = ritzen, zeichnen, schreiben: Form der künstlerischen Bildgestaltung mehr durch Linien, Flächen und Strukturen denn durch Farben. |
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Der Blick durchs Objektiv ist das Um und Auf jeder fotografischen Bildgestaltung. Dieser Blick ist aber alles andere als objektiv, ist vielmehr immer reduziert auf einen Ausschnitt aus dem gesamten Blick- und Erlebnisfeld und subjektiv geprägt durch den Fotografen, seinen Standpunkt, seine Sicht der Dinge, seine Welt-Anschauung, seine Fähigkeit, Eindrücke aufzunehmen, zu entwickeln und wiederzugeben. "Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind" (Anais Nin) |
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Ich stelle meine Motive im Normalfall nicht, ich finde und entdecke sie vielmehr. Durch das Fotografieren habe ich schauen gelernt. Fotografieren ist für mich auch ein Weg der spirituellen Begegnung mit der Schöpfung Gottes geworden. |
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Eine rar gewordene, in unserer Zeit des Immer-mehr-und-alles-sofort-haben-Wollens aber umso notwendigere Kunst. Jede Reduktion birgt die Gefahr der Verkürzung in sich. Darum ist es mir wichtig, immer nach dem Wesentlichen zu fragen und zu suchen. Ich kann und will nicht alles sagen. Reduktion als Konzentration auf das Wesentliche. Klarheit und Einfachheit, Stille und Transzendenz. Manchmal ist weniger mehr! |
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von griech. "techné" = Geschicklichkeit, Handwerk, Kunst; notwendige - in diesem Fall autodidakt erworbene - Fertigkeit, Sinneseindrücke in fotografische Bilder umzusetzen. |
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Ich versuche, meinen Motiven an den Kern, auf den Grund zu gehen. Nachdem sie sich von mir entdecken ließen, sich vor mir enthüllten, entwickle ich sie weiter, um sie auch anderen in ihrem Wesen sichtbar zu machen. |
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Konkret: Reduktion der Fotoschicht durch Herauslösen der erstentwickelten Bildschwärzen, Weiterentwickeln der übrigbleibenden Fotoschicht, dabei Reduktion auf klare Linien, Flächen und Stukturen, reines Schwarz-Weiß, eventuell eine oder zwei Farben. |
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Arbeit am konkreten einzelnen Bild. Meine Bilder sind im Grunde Reliefs im Bereich von Millimeterbruchteilen. Dieser Effekt in der Fotoschicht (auch abhängig von Blickwinkel und Lichteinfall) lässt sich nur am konkreten Bild sehen und ist durch keine Reproduktionstechnik wiederzugeben. |
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| zur Person |
Hans Waltersdorfer, geb. 1962, A-8081 St. Ulrich am Waasen, Theologe, seit 1991 Mitglied der Steirischen Initiative Kunsthandwerk. - mehr... |
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